Über uns

TRIAS Berlin schlägt die Brücke zwischen der Extremismusprävention und dem Gesundheitswesen und erschließt neue Wege der Zusammenarbeit.

Unser Ziel ist es, Menschen, die sich im Radikalisierungsprozess befinden, einen bedarfsorientierten und zielgruppenspezifischen Zugang zum Gesundheitssystem zu gewährleisten und damit die Distanzierungs- und Ausstiegsarbeit zu unterstützen.

TRIAS Berlin wurde 2020 von Violence Prevention Network GmbH gegründet und wird von der Landeskommission Berlin gegen Gewalt finanziert.

 

TRIAS Berlin: Psychotherapeutische und therapeutische Distanzierungs- und Ausstiegsbegleitung

Die Unterstützung bei Fragen psychischer Gesundheit ist in der Distanzierungs- und Ausstiegsbegleitung ein wichtiges Element. Wir haben daher ein Modell entwickelt, wie psychologische Psychotherapeut*innen in die Arbeit mit Klient*innen und ihren Familien einbezogen werden können. Die Orientierung dafür bietet eine Konsiliar- und Liaisontätigkeit, wie sie auch in anderen psychosozialen Bereichen etabliert ist.

Die Kontakt- und Anlaufstelle arbeitet mit einem Netzwerk ambulant und stationär tätiger Psychotherapeut*innen zusammen. Anliegen von TRIAS Berlin ist es, den Prozess der Deradikalisierung und Rehabilitation durch den Zugang zu (psycho-)therapeutischer Beratung und Behandlung zu unterstützen.

Wir etablieren ein multiprofessionelles Netzwerk, das bedarfsorientiert weiter ausgebaut wird. Kolleg*innen aus dem Netzwerk begleiten die Arbeit, indem sie an den Qualitätsstandards mitwirken, Intervisions- und Supervisionsmöglichkeiten anbieten sowie bei der Vermittlung in Psychotherapien helfen.

Mit diesen Angeboten stehen wir vor allem Fachkräften und Einrichtungen der Gesundheits- und Heilberufe wie Psychiater*innen, Psycholog*innen, psychosozialen Diensten und psychiatrischen Kliniken sowie Fachkräften der Extremismusprävention zur Seite.

Eine zweite Säule unserer Arbeit bildet das Projekt TRIAS Community. Seit 2021 legen wir hier den Fokus auf das Capacity Building im Bereich der Gesundheits- und Heilberufe und der indizierten Präventionsarbeit in Berlin. 2022 wurde dieser Handlungsstrang in die Arbeit von TRIAS Berlin integriert. In diesem Arbeitsbereich verfolgt TRIAS Berlin den Ansatz, dass Medizin- und Heilberufe, die sich selten mit Phänomenen wie religiös begründeter Radikalisierung oder Islamismus auseinandersetzen müssen, zumindest im Bedarfsfall auf solche Patient*innen vorbereitet sein sollten. Dabei kann das Angebot für den Wissenstransfer zum Phänomenbereich, die Vernetzung über Austauschformate und auch die direkte Kooperation zwischen Fachkräften und der Ausstiegsberatung über die Verweispraxis hilfreich sein. Das Projekt setzt hierbei kommunal an und bringt diese Berufsgruppen in Berlin für einen intensiveren Austausch zusammen.

Weiterhin haben wir in unserer Arbeit bemerkt, dass viele Fachkräfte, die mit dem Thema Extremismus in Berührung kommen, sich mehr Informationen über den Zugang zum Gesundheitssystem in Berlin wünschen. Zudem möchten wir für die berufsgruppenspezifische Rolle von Gesundheits- und Heilberufen im Kontext von Extremismus sensibilisieren.

TRIAS Berlin hat sich im Rahmen dieses Teilprojekts folgende Ziele gesetzt:

1. Die Durchführung von Relevanz- und Zugangsanalysen

Über Expert*inneninterviews mit bundesweit tätigen Fachkräften aus der zivilgesellschaftlichen und staatlichen Tertiärprävention sollen Erfahrungen und Wissensbestände zu medizinisch relevanten Fällen eruiert werden. Es wird über Hürden der Inanspruchnahme der Gesundheitsversorgung sowie mögliche Bedarfe gesprochen, die die Medizin- und Heilberufe betreffen. Die Ergebnisse der Analyse werden auf verschiedenen Veranstaltungen vorgestellt.

2. Das Ansprechen relevanter Gesundheitsberufe

TRIAS Berlin möchte die relevanten Gesundheits- und Heilberufe, insbesondere in Berlin, ansprechen und zu einem Austausch einladen. Ziel ist dabei die Vernetzung innerhalb der Berufsgruppe als auch mit angrenzenden Berufsfeldern im sozialen Bereich. Wir möchten damit zu einer ganzheitlichen und effektiven Zusammenarbeit in der Distanzierungsarbeit beitragen und in sozialen Berufen Tätige für die Arbeit von (Psycho-)Therapeut*innen sensibilisieren.

Wir führen jährlich mehrere Fortbildungs- und Dialogveranstaltungen durch, bei denen Inputs zu unterschiedlichen Aspekten im Phänomenbereich Islamismus gehalten und Diskussionen angeregt werden sollen. In weiteren Veranstaltungen steht der Ausbau eines spezialisierten (psycho-)therapeutischen Netzwerks in Berlin im Zentrum. Im Rahmen dieses Netzwerks und darüber hinaus möchten wir (Psycho-)Therapeut*innen für die Belange der Sozialen Arbeit im Allgemeinen und der Extremismusprävention im Besonderen sensibilisieren.

Zugleich möchten wir Fachkräfte (der Extremismusprävention und andere), die mit dem Themenfeld in Kontakt kommen, für die Relevanz der Gesundheits- und Heilberufe in der Präventions- und Distanzierungsarbeit sensibilisieren. Wir möchten die Fachkräfte noch weiter darin stärken, kompetent in Fällen zu agieren, in denen sie mit psychologischen Fragestellungen konfrontiert sind, eine psychologische Unterstützung notwendig ist oder akute psychische Krisen betreut werden müssen.

3. Publikationen

TRIAS Berlin veröffentlicht auf Basis der Expert*innengespräche und den Austauschformaten mit den Fachkräften aus den relevanten Medizin- und Heilberufen eine Reihe von Fachpublikationen. Dabei sollen nicht nur wichtige Aspekte zu bestimmten Bereichen des Islamismus näher beleuchtet werden, sondern vor allem die potenziellen Schnittstellen zwischen Ausstiegsarbeit und den relevanten Berufsgruppen.